KI steigert die Früherkennung von Brustkrebs um 12 %, wie eine wegweisende Studie zeigt

3

Der Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung hat gezeigt, dass die Zahl der Spätdiagnosen um 12 % sinkt, was laut der größten Studie dieser Art einen deutlichen Fortschritt bei den Früherkennungsraten darstellt. Die in The Lancet veröffentlichten Ergebnisse legen nahe, dass KI die Effizienz und Genauigkeit des Mammographie-Screenings verbessern kann, ohne die menschliche Aufsicht zu ersetzen.

Wie die Studie funktionierte

Das schwedische Forschungsteam teilte 100.000 Frauen, die sich zwischen April 2021 und Dezember 2022 einer routinemäßigen Mammographie unterzogen, nach dem Zufallsprinzip entweder einem KI-gestützten Screening oder einer Standarduntersuchung durch zwei Radiologen zu. Das KI-System analysierte Mammogramme und kategorisierte Fälle als risikoarm oder risikoreich, um die Arbeitsbelastung des Radiologen zu optimieren. Verdächtige Befunde wurden zur Überprüfung markiert, was den Ärzten zusätzliche Unterstützung bietet.

Wichtigste Ergebnisse: Weniger Diagnosen im Spätstadium

Die Studie ergab einen Rückgang der Krebsdiagnosen um 12 % in den Folgejahren in der KI-unterstützten Gruppe. Konkret wurden mit KI-Unterstützung 1,55 Krebserkrankungen pro 1.000 Frauen festgestellt, verglichen mit 1,76 in der Kontrollgruppe. Noch wichtiger ist, dass 81 % der Krebserkrankungen während des ersten Screenings in der AI-Gruppe identifiziert wurden, gegenüber 74 % in der Kontrollgruppe. Die KI trug außerdem dazu bei, fast ein Drittel (27 %) weniger aggressive Krebssubtypen zu erkennen.

Warum das wichtig ist: Der Druck auf Radiologen

Brustkrebs ist die häufigste Krebstodesursache bei Frauen im Alter von 35 bis 50 Jahren. Jedes Jahr werden weltweit über 2 Millionen neue Fälle diagnostiziert. Radiologen stehen aufgrund steigender Fallzahlen und Personalengpässen zunehmend unter Druck. KI kann dazu beitragen, diese Belastung zu verringern, indem sie Fälle priorisiert und potenzielle Anomalien hervorhebt, was schnellere und genauere Überprüfungen ermöglicht.

Vorsichtiger Optimismus: KI als Werkzeug, nicht als Ersatz

Forscher betonen, dass KI medizinische Fachkräfte unterstützen statt ersetzen sollte. Mindestens ein Radiologe muss dennoch alle Screenings überprüfen, um sicherzustellen, dass menschliches Fachwissen weiterhin im Mittelpunkt des Prozesses steht. Dr. Kristina Lång, Hauptautorin von der Universität Lund, weist darauf hin, dass eine umfassende Umsetzung eine sorgfältige Überwachung und Datenerfassung erfordert, um eine konsistente Leistung in verschiedenen Gesundheitssystemen sicherzustellen.

Zukünftige Auswirkungen: Gerichtsverfahren im Vereinigten Königreich laufen

Cancer Research UK und Breast Cancer Now haben die Ergebnisse als vielversprechend gepriesen, fordern jedoch eine weitere Auswertung vor einer breiten Anwendung. Der NHS startete letztes Jahr Versuche, um die Integration von KI in sein Brust-Screening-Programm zu untersuchen, mit dem Ziel, die sichersten und effektivsten Möglichkeiten zur Nutzung der Technologie zu ermitteln.

„Diese erste Studie unterstreicht das enorme Potenzial der KI zur Unterstützung von Radiologen bei der Brustkrebsvorsorge“, sagt Simon Vincent von Breast Cancer Now. „Screening ist ein wichtiges Instrument zur Früherkennung, und je früher die Krankheit erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.“

Die Studie zeigt, dass KI das Brustkrebs-Screening verbessern kann, aber nachhaltige Forschung und sorgfältige Umsetzung sind unerlässlich, um ihren Nutzen zu maximieren und gleichzeitig die Patientensicherheit zu gewährleisten.