Wo Sie Fette speichern: Studie verbindet Körperfettmuster mit Gehirnverfall

5

Das Tragen von überschüssigem Körperfett ist nicht nur eine Frage des Gewichts – wo sich dieses Fett ansammelt, hängt nun mit einer beschleunigten Alterung des Gehirns und einem kognitiven Verfall zusammen. Eine neue Studie der Medizinischen Universität Xuzhou in China analysierte MRT-Scans und kognitive Daten von fast 26.000 Personen und ergab, dass bestimmte Fettverteilungsmuster unabhängig voneinander mit einem verringerten Gehirnvolumen, neurologischen Risiken und einem schnelleren kognitiven Abbau verbunden sind.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Die Forscher nutzten statistische Modelle, um die Teilnehmer anhand der Körperfettverteilung in sechs Gruppen einzuteilen. Die Ergebnisse waren eindeutig: Alle Gruppen mit unterschiedlichen Fettmustern zeigten im Vergleich zu schlanken Personen ein geringeres Gehirnvolumen und weniger graue Substanz, selbst diejenigen mit durchschnittlichem BMI. Dies deutet darauf hin, dass herkömmliche BMI-Messungen allein das Risiko für die Gehirngesundheit nicht vollständig erfassen.

Zwei bisher nicht definierte Fettverteilungstypen stachen hervor:
„Pankreas-dominant“: Hohe Fettkonzentration um die Bauchspeicheldrüse.
„Magerfett“: Dichte Fettablagerungen rund um die Organe, trotz normalem BMI.

Beide Profile korrelierten mit dem höchsten Risiko für den Verlust der grauen Substanz, Läsionen der weißen Substanz und einer beschleunigten Gehirnalterung. Die Studie fand auch geschlechtsspezifische Zusammenhänge: Bei Männern beschleunigte sich die Gehirnalterung stärker, während das Pankreas-dominierte Muster bei Frauen stärker mit Epilepsie assoziiert war.

Warum das wichtig ist

Diese Forschung bestärkt die Idee, dass es bei Fettleibigkeit nicht nur um die Gesamtfettmasse geht; Es geht darum, wo das Fett gespeichert wird.** Frühere Studien haben gezeigt, dass ein höherer BMI die Gehirnstruktur schädigen kann, aber diese Arbeit legt nahe, dass die Fettverteilung selbst ein separater Risikofaktor sein könnte. Die Ergebnisse könnten bedeuten, dass Personen mit scheinbar „gesundem“ BMI dennoch einem Risiko ausgesetzt sind, wenn sie übermäßig viszerales (organbasiertes) Fett tragen.

„Die Gesundheit des Gehirns hängt nicht nur davon ab, wie viel Fett man hat, sondern auch davon, wohin es geht“, sagt der Radiologe Kai Liu.

Vorbehalte und zukünftige Forschung

Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer einzigen Momentaufnahme. Die Fettverteilung und die Gehirngesundheit wurden über Jahre hinweg nicht verfolgt, sodass Ursache und Wirkung nicht bewiesen sind. Die Teilnehmer waren ebenfalls mittleren Alters und stammten hauptsächlich aus Großbritannien, was die Verallgemeinerbarkeit einschränkte.

Die Forschung weist jedoch auf einen entscheidenden Bereich für zukünftige Untersuchungen hin. Wenn diese Fettprofile in größeren, vielfältigeren Studien validiert werden, könnten sie zu Frühwarnmarkern für kognitiven Verfall werden. Dies könnte Einzelpersonen in die Lage versetzen, ihren Lebensstil früher zu ändern oder einen medizinischen Eingriff in Anspruch zu nehmen.

Je mehr wir über diesen Zusammenhang zwischen Fett und Gehirngesundheit erfahren, desto gezielter können wir Behandlungen durchführen und neurologischen Problemen vorbeugen.