NASA bestätigt: Die Menschheit hat die Umlaufbahn eines Asteroiden erfolgreich verändert

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Zum ersten Mal in der Geschichte hat der Mensch die Bahn eines Asteroiden um die Sonne messbar verändert. Die Bestätigung stammt von der NASA-Mission Double Asteroid Redirection Test (DART), die im Jahr 2022 absichtlich mit dem Asteroiden Dimorphos kollidierte. Während die ersten Auswirkungen bekannt waren, wurden die langfristigen Auswirkungen inzwischen genau quantifiziert.

Die DART-Mission: Ein planetarischer Verteidigungstest

Bei der DART-Mission ging es nicht darum, einen Asteroiden zu zerstören, sondern darum, eine entscheidende Strategie zur Verteidigung des Planeten zu testen. Dimorphos umkreist einen größeren Asteroiden, Didymos, und das Ziel bestand darin, Dimorphos mithilfe eines „kinetischen Impaktors“ leicht vom Kurs abzubringen – im Wesentlichen dadurch, dass ein Raumschiff darauf stürzt. Ziel des Experiments war es herauszufinden, ob diese Methode zur sicheren Ablenkung eines potenziell erdgebundenen Asteroiden genutzt werden kann.

Messbare Umlaufbahnänderung

Der Einschlag verkürzte Dimorphos‘ Umlaufbahn um Didymos um 32 Minuten. In jüngerer Zeit beobachteten Astronomen über 6000 Datenpunkte, um die umfassenderen Auswirkungen abzuschätzen. Sie fanden heraus, dass sich die gesamte Umlaufbahn des Asteroidensystems um die Sonne um 11,7 Mikrometer pro Sekunde verlangsamt hat, was 40 Millimeter pro Stunde entspricht. Durch diese Verschiebung verringert sich der Radius der Umlaufbahn um etwa 360 Meter.

„Das hört sich nicht nach viel an, aber die Grundidee hinter diesen kinetischen Stößen ist, dass, wenn man sie früh genug ausführt, ein kleiner Stoß eine große Veränderung in der Gesamtposition bewirkt.“
– Rahil Makadia, University of Illinois Urbana-Champaign

Was die Ergebnisse bedeuten

Die Verlangsamung der Umlaufbahn resultierte aus zwei Faktoren: dem anfänglichen Aufprall und der Auswurfwolke, die entstand, als Trümmer von der Oberfläche von Dimorphos flogen. Die Forscher fanden heraus, dass diese Kräfte gleich waren, was ihnen auch dabei half, die Masse und Dichte der Asteroiden zu berechnen. Dimorphos scheint etwa halb so dicht zu sein wie Didymos, was die Theorie stützt, dass es sich um einen „Trümmerhaufen“ handelt, der aus Material entstanden ist, das im Laufe der Zeit vom größeren Asteroiden abgeschleudert wurde.

Zukünftige Planetenverteidigung

Diese Mission liefert wichtige Daten für reale Planetenverteidigungsszenarien. Der Erfolg von DART bietet einen „soliden Ankerpunkt“ für die Vorhersage zukünftiger Missionen mit kinetischen Auswirkungen. Die Raumsonde Hera der Europäischen Weltraumorganisation, die im November in Didymos eintreffen soll, wird noch präzisere Messungen liefern, um diese Techniken zu verfeinern und sich auf zukünftige Bedrohungen durch Asteroiden vorzubereiten.

Im Wesentlichen hat die Menschheit ihren ersten konkreten Schritt unternommen, um die Erde vor möglichen Asteroideneinschlägen zu schützen. Dieses Experiment zeigt, dass kleine, frühe Eingriffe einen erheblichen kumulativen Effekt auf die Flugbahn eines Asteroiden haben und einen gangbaren Weg zum Schutz des Planeten bieten können.