Eine Einzeldosis psychedelisches DMT reduziert schnell Depressionssymptome

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Eine bahnbrechende Studie zeigt, dass eine Einzeldosis Dimethyltryptamin (DMT), ein starkes Psychedelikum, depressive Symptome deutlich und nachhaltig lindern kann. Forscher am Imperial College London fanden heraus, dass bereits eine einzige intravenöse Verabreichung von DMT in Kombination mit psychotherapeutischer Unterstützung bei Patienten mit schwerer, behandlungsresistenter Depression zu Verbesserungen führte – Verbesserungen, die bis zu sechs Monate anhielten.

Die Studie und Ergebnisse

An der Studie nahmen 34 Teilnehmer teil, die durchschnittlich zehn Jahre lang mit mittelschweren bis schweren Depressionen zu kämpfen hatten und zuvor nicht auf herkömmliche Therapien angesprochen hatten. Die Hälfte erhielt eine beträchtliche Dosis von 21,5 mg DMT, während die andere Hälfte ein Placebo erhielt. Die DMT-Gruppe zeigte nach zwei Wochen einen Rückgang der Depressionsbewertungswerte um 7,4 Punkte, ein Unterschied, der bei einigen Personen drei Monate und länger konstant blieb.

Bemerkenswert ist, dass eine Nachbeobachtungsphase, die es allen Teilnehmern ermöglichte, DMT zu erleben, die Ergebnisse nicht weiter verbesserte, was darauf hindeutet, dass eine einzige Behandlung für eine dauerhafte Linderung ausreichen könnte. Die Nebenwirkungen waren minimal, hauptsächlich vorübergehende Angstzustände, Übelkeit und leichte Beschwerden an der Infusionsstelle.

Warum das wichtig ist

Diese Forschung ist von Bedeutung, da DMT derzeit von internationalen Gremien als streng kontrollierte Substanz ohne anerkannte medizinische Verwendung eingestuft wird. Die Ergebnisse stimmen jedoch mit zunehmenden Beweisen überein, die darauf hindeuten, dass Psychedelika, einschließlich DMT, therapeutisches Potenzial für psychische Erkrankungen bieten könnten, die auf herkömmliche Methoden nicht ansprechen.

Die Studie legt nahe, dass die schnelle, intensive Wirkung von DMT ein Fenster der Neuroplastizität schafft – einen Zeitraum, in dem das Gehirn leichter neue Verbindungen herstellt – oder mit Depressionen verbundene Entzündungen dämpft. Die Intensität der psychedelischen Erfahrung selbst, insbesondere das Gefühl der Einheit und der tiefgreifenden emotionalen Veränderung, korrelierte mit dem Grad der therapeutischen Verbesserung.

Implikationen und Zukunftsaussichten

Die Ergebnisse deuten auf eine kürzere und potenziell kostengünstigere psychedelische Behandlung im Vergleich zu länger wirkenden Optionen wie Psilocybin hin. Helus Pharma nutzt diese Erkenntnisse bereits als Leitfaden für Tests einer modifizierten DMT-Variante (HLP004) gegen Angstzustände, während AtaiBeckley die Entwicklung seines 5-MeO-DMT-Kandidaten für behandlungsresistente Depressionen beschleunigt, wobei eine US-Zulassung nun wahrscheinlich ist.

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse betonen Experten aufgrund der desorientierenden Wirkung von DMT die Notwendigkeit einer sorgfältigen Vorbereitung, Überwachung und Nachbereitung. Die subjektive Natur psychedelischer Erfahrungen bedeutet auch, dass die Erwartungen der Teilnehmer die Ergebnisse beeinflussen können.