Ein äußerst gefährlicher Parasit, der Neuwelt-Schraubenwurm (Cochliomyia hominivorax ), breitet sich in Mexiko und Südamerika wieder aus, wobei die Gefahr einer Ausbreitung in die Vereinigten Staaten wächst. Die Centers for Disease Control (CDC) haben eine Gesundheitswarnung herausgegeben, um US-amerikanisches medizinisches Fachpersonal auf mögliche Fälle vorzubereiten, da der Parasit zuvor im Land ausgerottet wurde, sich nun aber nach Norden ausbreitet.
Die Bedrohung: Ein verheerender Parasit
Der Neuwelt-Schraubenwurm ist eine Fliegenlarve, die offene Wunden warmblütiger Tiere, darunter Nutztiere, Haustiere und Menschen, befällt. Infektionen können schnell tödlich enden, insbesondere wenn sie unbehandelt bleiben und selbst große Tiere wie Rinder innerhalb einer Woche töten. Der Parasit legt seine Eier in Wunden und Schleimhäute, wo sich die Larven dann von lebendem Gewebe ernähren.
Aktueller Ausbruch und US-Bedenken
Der aktuelle Ausbruch hat in Mexiko und Südamerika bereits zu 7 Todesfällen und über 1.190 Infektionen geführt. Entscheidend ist, dass in Mexiko 601 aktive Tierfälle bestätigt wurden, davon 8 in Tamaulipas – einem mexikanischen Bundesstaat, der direkt an Texas grenzt. Diese Nähe ist der Hauptgrund für die Warnung des CDC.
Der Schraubenwurm wurde 1966 in den USA ausgerottet, tauchte jedoch 2016 kurzzeitig bei Hirschen in Florida wieder auf, bevor er 2017 erneut ausgerottet wurde. Die aktuelle Ausbreitung stellt eine neue Herausforderung dar, da sie frühere Eindämmungsmaßnahmen umgeht.
Auswirkungen auf Wirtschaft und öffentliche Gesundheit
Ein großflächiger Ausbruch in den USA, insbesondere in Texas (dem größten Rinderproduzenten des Landes), könnte erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen – vom US-Landwirtschaftsministerium auf 1,8 Milliarden US-Dollar geschätzt. Über Nutztiere hinaus sind Infektionen beim Menschen zwar selten, aber möglich und erfordern eine sofortige Behandlung.
Die sterile Insektentechnik und frühere Erfolge
Die ursprünglichen Ausrottungsbemühungen beruhten auf der „Technik der sterilen Insekten“. Dabei werden Milliarden männlicher Fliegen freigelassen, die mit Gammastrahlung sterilisiert wurden. Diese sterilisierten Männchen paaren sich mit wilden Weibchen und verhindern so, dass sie lebensfähige Nachkommen hervorbringen. Die Technik funktionierte so gut, dass die Fliege 1982 in weiten Teilen Nord- und Mittelamerikas für lokal ausgestorben erklärt wurde.
Wie es zurückkam
Eine kontinuierliche Barriere zur Freisetzung steriler Fliegen, die von einer Einrichtung in Panama aus betrieben wird. Im Jahr 2023 durchbrach der Schraubenwurm jedoch diese Barriere und setzte seine Bewegung nach Norden fort. Bis November 2024 wurden in Mexiko Infektionen bestätigt, und im September 2025 wurde ein Fall nur 70 Meilen von der US-Grenze entfernt entdeckt. Das CDC führt die Ausbreitung auf unregulierte Viehbewegungen, erhöhten Verkehr durch den Darien Gap und die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen zurück.
Klimawandel als Faktor
Wissenschaftler weisen auch auf den Klimawandel hin, da steigende Temperaturen die Brutzeit und das geografische Verbreitungsgebiet des Schraubenwurms verlängern. Wärmere Bedingungen können günstigere Umgebungen für das Gedeihen des Parasiten schaffen.
Aktueller Status und CDC-Empfehlungen
Bisher wurden keine US-Fälle gemeldet. Die CDC-Beratung betont jedoch das Bewusstsein von Ärzten und Beamten des öffentlichen Gesundheitswesens. Die Agentur empfiehlt eine zeitnahe Fallerkennung, Probenentnahme, Diagnose und Behandlung sowie öffentliche Beratung.
Das Wiederaufleben des Neuwelt-Schraubenwurms stellt eine ernsthafte Bedrohung dar, die Wachsamkeit und koordinierte Maßnahmen erfordert, um einen umfassenden Ausbruch in den USA zu verhindern.




























