In Cambridgeshire ist ein gewaltiger ökologischer Wandel im Gange, da Wildtiere beginnen, ein neu angelegtes Feuchtgebiet in der Nähe von Ramsey zurückzuerobern. Nach einem Jahr intensiver Bauarbeiten ist es dem Great Fen-Projekt gelungen, 25 Hektar ehemaliges Ackerland – etwa die Größe von 60 Fußballfeldern – in einen blühenden Wasserlebensraum umzuwandeln.
Von Ackerfeldern zu lebendigen Landschaften
Die Umgestaltung umfasste die Schaffung eines Netzwerks aus Kanälen, Schilfrohren und einem zentralen See (einem kleinen See), um die alten Landschaften nachzuahmen, die einst diese Region prägten. Diese spezielle Phase, bekannt als „Peatland Progress“, ist Teil einer größeren fünfjährigen Initiative, die vom National Lottery Heritage Fund finanziert wird.
Das Projekt markiert einen entscheidenden Meilenstein in einer Vision, die im Jahr 2000 begann. Das ultimative Ziel besteht darin, die Lücke zwischen zwei isolierten Überresten eines alten Moorlandes zu schließen: Woodwalton Fen und Holme Fen. Durch die Schaffung eines kontinuierlichen Lebensraumkorridors wollen Naturschützer die natürliche Vernetzung wiederherstellen, die für das Gedeihen verschiedener Arten erforderlich ist.
Der biologische Ripple-Effekt
Der Übergang von trockenen, landwirtschaftlich genutzten Flächen zu Feuchtgebieten löst eine schnelle biologische Sukzession aus. Laut Lorna Parker, der Projektmanagerin des Great Fen, ist die Ankunft von Wasser der wichtigste Katalysator für Leben:
„Der Regen hat dazu beigetragen, die neuen Wasserläufe und Kanäle zu füllen, und wo Wasser ist, gibt es Leben.“
Die ökologischen Auswirkungen folgen einem vorhersehbaren, aber entscheidenden Muster:
– Das Fundament: Schlammige Ränder und flache Wasserwege schaffen ideale Brutstätten für Insekten und Weichtiere.
– Das Nahrungsnetz: Diese Wirbellosen dienen als Hauptnahrungsquelle für größere Tiere.
– Die Apex-Bewohner: Es wird erwartet, dass Watvögel wie Kiebitz, Rotschenkel und Bekassine in das Gebiet ziehen, um sich an der neu entdeckten Fülle an Beute zu erfreuen.
Warum das wichtig ist: Wiederherstellen verlorener Verbindungen
Dieses Projekt ist mehr als nur ein lokales Naturschutzgebiet; Es ist ein Versuch, ein Jahrhundert der Lebensraumzerschneidung umzukehren. In der Ökologie leiden „Lebensrauminseln“ (wie Woodwalton und Holme Fens) häufig unter einer verringerten Artenvielfalt, da Arten nicht frei wandern oder sich frei kreuzen können. Durch das „Zusammenfügen“ dieser Fragmente schafft das Great Fen-Projekt ein widerstandsfähiges Ökosystem, das größere Populationen und eine größere genetische Vielfalt unterstützen kann.
Blick nach vorne
Wenn die schweren Maschinen abfahren, tritt der Standort in eine Phase der natürlichen Reifung ein. Das Große Moor wird voraussichtlich in diesem Sommer für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und bietet den Menschen die seltene Gelegenheit, Zeuge einer Landschaft zu werden, die zum ersten Mal seit über einem Jahrhundert wieder in ihren wilden Zustand zurückkehrt.
Die erfolgreiche Schaffung dieser Feuchtgebiete stellt einen entscheidenden Schritt bei der Wiederverbindung fragmentierter alter Ökosysteme dar und bietet sowohl einen Zufluchtsort für Wildtiere als auch eine Blaupause für die groß angelegte Wiederherstellung von Lebensräumen.
