Britische Peptidkliniken werden wegen unbegründeter gesundheitsbezogener Angaben untersucht

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Die britische Regulierungsbehörde für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (MHRA) leitet eine Untersuchung gegen Kliniken ein, die unregulierte Peptidtherapien anbieten, nachdem es Berichte über irreführende gesundheitsbezogene Angaben gegeben hat. Die Nachfrage nach diesen experimentellen Behandlungen ist in den letzten Jahren stark gestiegen, und Verkäufer und einige Ärzte vermarkten sie mit Vorteilen, die von Anti-Aging bis hin zu einer schnelleren Genesung nach Verletzungen reichen – trotz begrenzter wissenschaftlicher Beweise.

Der Aufstieg experimenteller Peptide

Peptide, kurze Ketten von Aminosäuren, werden durch Injektionen gefördert, oft ohne oder nur mit wenigen oder gar keinen strengen Tests am Menschen. Während einige Peptide natürlicherweise im Körper vorkommen (wie Insulin), sind viele, die für therapeutische Zwecke vermarktet werden, noch experimentell. Der Boom des Interesses fällt mit der zunehmenden Beliebtheit verschreibungspflichtiger Medikamente zur Gewichtsreduktion auf Peptidbasis wie Semaglutid (Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) zusammen, doch diese regulierten Medikamente werden weitaus strengeren Tests unterzogen als die unregulierten Peptide, die derzeit den Markt überschwemmen.

Worauf sich die Untersuchung konzentrieren wird

Die MHRA wird Kliniken prüfen, die „medizinische Behauptungen“ für Peptidbehandlungen aufstellen, da solche Behauptungen die Produkte als regulierte Arzneimittel gemäß den Human Medicines Regulations 2012 einstufen. Die Behörde hat gewarnt, dass Kliniken, die gegen diese Vorschriften verstoßen, mit Strafmaßnahmen rechnen müssen. Eine Untersuchung des Guardian ergab, dass mehrere britische Kliniken auf ihren Websites unregulierte Peptide mit unbegründeten Behauptungen bewerben.

Eine Klinik bewarb Cortexin für „Neuroprotektion und kognitive Verbesserung“, BPC-157 für „Gewebereparatur“ und Thymosin Alpha für „Stärkung der Immunfunktion“. Diese Behauptungen wurden entfernt, nachdem der Guardian sie gemeldet hatte. Eine andere Klinik erkannte den Mangel an groß angelegten Versuchen am Menschen an, verkaufte aber dennoch Peptide mit ausgewiesenen Preisen und „Ergebnisdauern“.

Klinikaufnahmen: Experimentelle Behandlungen, begrenzte Evidenz

Ein Reporter, der sich als Patient ausgab, erhielt Ratschläge von einem Klinikarzt, der zugab, dass die meisten Peptidforschungen präklinischer Natur seien. Der Kliniker erkannte das Fehlen langfristiger Sicherheitsdaten an und empfahl die zyklische Verwendung von Peptiden (4–8 Wochen Pause alle 2–3 Monate), um die Risiken zu mindern. Dennoch wurde der Reporter dazu ermutigt, BPC-157 zur Genesung und MOTS-C zur „Stressresilienz“ zu kombinieren, wobei der Kliniker erklärte, wie BPC-157 die Genesung unterstützt, auch ohne die Leistung direkt zu verbessern.

Der Arzt warnte außerdem vor der Anwendung von BPC-157, wenn der Patient in der Familienanamnese Krebs hatte, und verwies auf Bedenken hinsichtlich einer erhöhten Blutversorgung von Tumoren. MOTS-C wurde zur Verringerung der Insulinresistenz und zur Steigerung der Energieproduktion gefördert. Die MHRA untersucht diese Behauptungen.

Regulatorische Grauzonen und unregulierte Märkte

Die Klinik verteidigte ihre Praktiken und erklärte, sie habe „klar dargelegt, dass es sich bei den besprochenen Peptiden nicht um zugelassene Arzneimittel handelt“ und dass die Beweise größtenteils präklinisch seien. Es wurde außerdem festgestellt, dass eine erhebliche Anzahl von Personen Peptide bereits über unregulierte Kanäle erhält, bei denen es keine Qualitätskontrolle und Sicherheitsüberprüfungen gibt.

Die MHRA definiert ein Arzneimittel im weitesten Sinne, einschließlich Substanzen, die zur Vorbeugung oder Behandlung von Krankheiten, zur Korrektur physiologischer Funktionen oder zur Erstellung medizinischer Diagnosen dienen. Ansprüche aus „Forschungszwecken“ werden von der Agentur nicht berücksichtigt, wenn sie der Umgehung von Vorschriften dienen.

„Wir ignorieren Behauptungen, dass Produkte „Forschungszwecken“ dienen, wenn klar ist, dass solche Behauptungen als Versuch verwendet werden, Arzneimittelvorschriften zu umgehen.“

Die Untersuchung unterstreicht die Notwendigkeit einer strengeren Durchsetzung gegen Kliniken, die unbegründete gesundheitsbezogene Angaben machen. Der unregulierte Peptidmarkt birgt Risiken für Verbraucher, da für viele Behandlungen strenge Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten fehlen. Ziel der Maßnahmen der MHRA ist der Schutz der öffentlichen Gesundheit, indem sichergestellt wird, dass alle für medizinische Zwecke vermarkteten Substanzen einer ordnungsgemäßen behördlichen Prüfung unterzogen werden.