In England ausgegrabene alte keltische Kriegstrompete, möglicherweise mit Königin Boudica verbunden

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In England ausgegrabene alte keltische Kriegstrompete, möglicherweise mit Königin Boudica verbunden

Archäologen in West Norfolk, England, haben eine bemerkenswert gut erhaltene 2.000 Jahre alte keltische Kriegstrompete – eine Carnyx – zusammen mit anderen seltenen Artefakten entdeckt, die möglicherweise bei Konflikten gegen das Römische Reich verwendet wurden. Der gemeinsam von Pre-Construct Archaeology und Historic England bekannt gegebene Fund bietet einen einzigartigen Einblick in die Militärkultur des eisenzeitlichen Großbritanniens.

Die Entdeckung und ihre Bedeutung

Der Hort wurde letztes Jahr vor der Wohnbebauung freigelegt. Es umfasst den fast vollständigen Carnyx, der sich durch sein Tierkopfdesign (in diesem Fall ein Eber), eine verzierte Militärstandarte, fünf Schildbuckel und andere Metallkomponenten auszeichnet. Funde wie diese sind äußerst selten; Dieser Carnyx ist einer von nur drei aus Großbritannien bekannten Exemplaren und gehört zu den vollständigsten überhaupt in Europa.

Warum das wichtig ist: Carnyces waren nicht nur Instrumente; es waren psychologische Waffen. Die Instrumente wurden bewusst entwickelt, um Feinde mit ihrem lauten, durchdringenden Klang und dem einschüchternden Tierkopf zu erschrecken. Ihre Anwesenheit auf dem Schlachtfeld sollte keltische Krieger inspirieren und römische Legionen demoralisieren.

Der Carnyx: Eine Kriegswaffe

Die Carnyx war ein bronzenes Blasinstrument mit einem langen, vertikalen Körper, der in einer Tierskulptur mit offenem Mund endete. Dieses Design, oft mit Wildschweinen, Wölfen oder anderen wilden Kreaturen, verstärkte die furchteinflößende Wirkung des Instruments. Keltische Krieger trugen Carnyces neben traditionellen Waffen wie Kettenhemden, Schilden und Speeren.

Römische Soldaten erbeuteten Carnyces oft als Trophäen nach der Schlacht, ein Beweis für ihre psychologische Wirkung. Die Tatsache, dass dieses Exemplar in einem Hort vergraben war, deutet darauf hin, dass es während eines Rückzugs oder nach einer Niederlage absichtlich versteckt wurde, um eine Gefangennahme zu verhindern.

Verbindung zu Boudicas Revolte

Das geschätzte Datum des Schatzes (1. Jahrhundert n. Chr.) und sein Standort in Norfolk lassen vermuten, dass diese Artefakte von keltischen Stämmen genutzt wurden, die sich der römischen Expansion widersetzten. Konkret stimmt der Zeitpunkt mit dem Aufstand von Königin Boudica im Jahr 60 n. Chr. überein.

Boudica, Königin des Stammes der Iceni, führte einen brutalen Aufstand gegen die römische Herrschaft an, der das Reich beinahe aus Großbritannien vertrieben hätte. Obwohl sie letztendlich besiegt wurde, erschütterte ihr Aufstand die römische Macht und hinterließ bleibende Spuren in der britischen Geschichte.

Die große Frage: Wurde dieser Carnyx während Boudicas Feldzügen gespielt? Es fehlen zwar eindeutige Beweise, aber der Zeitpunkt und der Ort lassen dies durchaus vermuten. Experten des National Museum of Scotland haben sogar eine Carnyx rekonstruiert und darauf gespielt, um den ohrenbetäubenden, beunruhigenden Klang des Instruments zu demonstrieren.

Erhaltung und Zukunftsforschung

Der Schatz wurde in einem Labor sorgfältig ausgegraben, nachdem erste Röntgen- und CT-Scans des gesamten Erdblocks, in dem er gefunden wurde, durchgeführt wurden. Laufende Forschungs- und Konservierungsbemühungen werden weiterhin Aufschluss über die Herkunft und den Zweck der Artefakte geben. Die Entdeckung wird in einer kommenden Folge von BBC Twos „Digging for Britain“ vorgestellt.

Diese Entdeckung unterstreicht die Widerstandsfähigkeit und hochentwickelte Militärkultur der keltischen Stämme in Großbritannien. Es erinnert uns daran, dass ihr Erbe selbst in einer Niederlage durch archäologische Funde wie diesen bemerkenswerten Carnyx nachhallt.