Neue Forschungen, die die bisher größte Sammlung von Tyrannosaurus Rex -Fossilien analysieren, zeigen, dass die Reife des legendären Raubtiers deutlich länger dauerte als bisher angenommen. Die von Holly Ballard von der Oklahoma State University geleitete Studie legt nahe, dass T. Sein volles Gewicht von etwa 8 Tonnen erreichte der Rex erst im Alter von etwa 35 bis 40 Jahren.
Ein Wandel im Verständnis des Dinosaurierwachstums
Jahrzehntelang gingen Paläontologen davon aus, dass T. rex erreichte nach etwa 20 Jahren seine maximale Größe, mit einer relativ kurzen Lebensdauer von etwa 30 Jahren. Diese Schlussfolgerungen wurden aus begrenzten Fossiliendaten – höchstens sieben Exemplaren – gezogen, die Anfang der 2000er Jahre gesammelt wurden. Ballards Team hat diesen Datensatz erheblich erweitert und die Oberschenkel- und Schienbeinknochen von 17 Personen aller Wachstumsstadien untersucht.
Der Schlüssel zu dieser neuen Analyse liegt in der Untersuchung der Knochenmikrostruktur. Wie Baumringe legen Knochen jährlich Wachstumsringe ab. Allerdings verblassen diese Ringe, wenn sich die Knochenmarkhöhle mit zunehmendem Alter ausdehnt. Der Zugriff auf eine größere Stichprobe ermöglichte es den Forschern, einen vollständigeren Wachstumszeitplan zusammenzustellen.
Implikationen für die Artendebatte
Diese anhaltende Wachstumsrate entfacht auch eine langjährige Debatte darüber, ob T. rex war eine einzelne Art oder, wenn kleinere Exemplare einen deutlichen, kleineren Verwandten darstellen: Nanotyrannus. Zwei Exemplare in der neuen Studie wuchsen langsamer als andere, was die Möglichkeit erhöht, dass sie entweder zu einer anderen Art gehörten, krank oder verletzt waren oder aufgrund von Umweltfaktoren verkümmert waren.
„Aufgrund ihrer Wachstumsunterschiede gehen wir davon aus, dass es sich entweder um eine andere Art handelt oder dass es sich um einen kranken oder verletzten T. Rex handelt oder dass sie aus umweltbedingten Gründen zu klein geraten sind“, sagt Ballard.
Umfassendere Auswirkungen auf die Paläontologie
Lindsay Zanno vom North Carolina Museum of Natural Sciences bezeichnet die Studie als die bisher gründlichste Untersuchung des Tyrannosaurus -Wachstums. Sie stellt fest, dass dies die vorhandenen Beweise für Nanotyrannus lancensis als eigenständige Art stärkt. Unterdessen prognostiziert Thomas Carr vom Carthage College, dass diese Forschung Paläontologen dazu zwingen wird, Wachstumsschätzungen für andere Dinosaurierarten neu zu bewerten.
„Ich gehe davon aus, dass die Schätzungen der Wachstumskurven anderer Dinosaurier nun überprüft werden müssen“, sagt Carr. „Insgesamt werden wir einen Wandel in unserem Verständnis der Dinosaurierentwicklung auf breiter Front erleben.“
Die Studie zeigt letztlich, dass T. rex wuchs langsamer und variabler, als Wissenschaftler einst dachten, und dass nur wenige Individuen ihre maximale potenzielle Lebenserwartung erreichten. Die erfolgreichsten Exemplare wurden wahrscheinlich etwa 40 Jahre alt, doch das Erreichen dieses Alters war selten. Diese überarbeitete Zeitleiste verdeutlicht nicht nur T. rex -Biologie, sondern setzt auch einen neuen Standard für die Dinosaurier-Wachstumsforschung.




























