Britische Seevögel sind mit einem Massensterben konfrontiert, da sich die Winterstürme verstärken

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Schwere Winterstürme in ganz Großbritannien und Europa führen zu einem großflächigen Absterben von Seevögeln, darunter Papageientaucher, Trottellummen und Tordalken. Naturschutzorganisationen berichten von Hunderten von toten und sterbenden Vögeln, die an Land gespült werden, und es besteht die Befürchtung, dass dies zu einem der katastrophalsten Seevogel-„Wracks“ der jüngeren Geschichte werden könnte.

Steigende Zahl der Todesopfer in ganz Europa

Am kritischsten ist die Situation in Frankreich, wo seit dem 1. Februar über 20.000 gestrandete Vögel – hauptsächlich Papageientaucher – gemeldet wurden. Die tatsächliche Zahl der Todesopfer liegt wahrscheinlich weitaus höher, da viele Vögel im Meer sterben und unentdeckt bleiben. In Großbritannien hat allein der Cornwall Wildlife Trust in diesem Jahr über 270 tote Papageientaucher dokumentiert, ein dramatischer Anstieg gegenüber den beiden im gesamten letzten Jahr. Auch in Schottland und im Nordosten Englands nehmen die Sichtungen zu.

Seevogel-„Wracks“: Eine wiederkehrende Krise

Die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) beschreibt dies als ein klassisches Seevogelunglück: Massensterben durch Winterstürme, die Vögel erschöpfen und verhungern lassen. Das letzte Ereignis dieser Größenordnung ereignete sich im Jahr 2014, als über 50.000 Seevögel an den europäischen Atlantikküsten verendeten. Diese jüngste Krise verstärkt den bestehenden Druck auf die Seevogelpopulationen im Vereinigten Königreich, die bereits stark zurückgegangen sind.

Stürme verschärfen bestehende Bedrohungen

Die jüngsten Stürme – darunter Goretti, Ingrid und Chandra – haben die Atlantikküste verwüstet und tödliche Bedingungen für Seevögel geschaffen. Experten gehen davon aus, dass raue See Vögel daran hindert, sich effektiv zu ernähren, was sie geschwächt und verwundbar macht. Roland Gauvain vom Alderney Wildlife Trust stellt fest, dass es sich bei vielen dieser Vögel wahrscheinlich um Brutpopulationen aus Großbritannien und Nordeuropa handelt, die während der Überwinterung auf See in den Stürmen gefangen waren.

Langfristiger Rückgang und Erhaltungsbedenken

Das RSPB warnt davor, dass zwei Drittel der Seevogelarten im Vereinigten Königreich derzeit im Rückgang begriffen sind, wobei zehn der 25 Brutarten aus Gründen des Schutzes auf der Roten Liste aufgeführt sind. Dazu gehören Papageientaucher und Dreizehenmöwe. Die neuesten Daten der französischen Ligue de Protection des Oiseaux zeigen über 15.000 gestrandete Vögel in Frankreich, 4.400 in Spanien und 1.200 in Portugal.

Dringende Aufrufe zum Handeln

Naturschutzgruppen fordern sofortige Maßnahmen, darunter ein besseres Management der Fischereiindustrie zur Minimierung des Beifangs von Seevögeln, die Ausweitung von Meeresschutzgebieten und einen stärkeren Schutz von Brutkolonien. Das RSPB hat auch Regierungsentscheidungen zur Entwicklung von Offshore-Windkraftanlagen kritisiert und argumentiert, dass einige Projekte empfindliche Lebensräume für Wildtiere gefährden.

Berichterstattung und öffentliche Sicherheit

Die Behörden raten der Öffentlichkeit, tote Vögel nicht anzufassen, sondern Sichtungen an Defra (oder Dera in Nordirland) und BirdTrack, das Online-Meldesystem des British Trust for Ornithology, zu melden. Diese Daten sind von entscheidender Bedeutung für die Überwachung des Ausmaßes der Krise und für die Information über Naturschutzbemühungen.

Das aktuelle Seevogelsterblichkeitsereignis unterstreicht die Anfälligkeit dieser Populationen gegenüber extremen Wetterbedingungen und verdeutlicht die dringende Notwendigkeit proaktiver Maßnahmen, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Bedrohungen zu stärken.