Wie Karl Ernst von Baer das Säugetierei entdeckte und die vergleichende Embryologie begründete

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Karl Ernst von Baer veränderte unser Verständnis der menschlichen Herkunft. Nicht durch das Schreiben von Philosophie, sondern durch das Betrachten von Eiern. 1827 bewies er, dass sich Säugetiere, darunter auch der Mensch, aus Eiern entwickeln. Dies war nicht nur eine biologische Fußnote. Es erschütterte die Vorstellung, dass der Mensch grundlegend vom Rest des Tierreichs getrennt sei.

Baer wurde 1792 in Estland, damals Teil des Russischen Reiches, geboren und stammte aus einer großen Familie. Seine Eltern waren Cousins ​​ersten Grades. Seine frühe Kindheit verbrachte er bei Verwandten, bevor er im Alter von sieben Jahren in sein eigenes Zuhause zurückkehrte. 1810 studierte er Medizin an der Universität Dorpat. Seinen Abschluss machte er 1814. Aber er war nicht zufrieden. Die normale medizinische Ausbildung fühlte sich zu eng an.

Also ging er nach Deutschland und Österreich. Der Wendepunkt kam im akademischen Jahr 1815/16. An der Universität Würzburg führte ihn Ignaz Döllinger in die vergleichende Anatomie ein. Dies öffnete eine Tür zur Embryologie. Er sah eine neue Welt in der Untersuchung, wie das Leben beginnt.

Das fehlende Ei und die Keimblatttheorie

Baer begann 1817 in Königsberg zu unterrichten. Im selben Jahr heiratete er Auguste von Medem. Sie hatten sechs Kinder. Er wollte, inspiriert von seinem Mentor, die Entwicklung von Küken studieren. Aber er konnte sich weder die Eier noch das Personal leisten, das die Brutkästen beaufsichtigte.

Auftritt Christian Pander. Pander, ein wohlhabenderer Freund, übernahm die Aufgabe. Im Jahr 1817 beschrieb er die frühe Entwicklung des Kükens anhand dessen, was wir heute als primäre Keimschichten bezeichnen: Ektoderm, Mesoderm und Endoderm.

Baer nahm dieses Konzept auf und setzte es um. Von 1819 bis 1834 weitete er die Keimblatttheorie auf alle Wirbeltiere aus. Er legte den Grundstein für die vergleichende Embryologie. Dieses Feld ermöglicht es Wissenschaftlern, die Entwicklung verschiedener Arten zu vergleichen, um evolutionäre Zusammenhänge zu verstehen.

Seinen größten Durchbruch schaffte er 1827. Er veröffentlichte „De Ovi Mammalium et Hominis Genesi“. Darin beschrieb er die Entdeckung der Säugetier-Eizelle. Zuvor dachten Wissenschaftler, das Ei sei nur für Vögel und Reptilien bestimmt. Baer zeigte, dass auch Säugetiere Eier verwenden. Menschen eingeschlossen.

Er kämpfte auch gegen einen populären Mythos. Einige glaubten, dass Embryonen einer Art Stadien durchlaufen hätten, die wie erwachsene Tiere einer anderen Art aussahen. Baer war anderer Meinung. Er argumentierte, dass Embryonen einer Art anderen Embryonen ähneln. Je jünger der Embryo, desto ähnlicher sehen sie aus. Das war seine epigenetische Idee. Die Entwicklung geht vom Einfachen zum Komplexen. Von homogen bis heterogen.

Warum Baers Arbeit zur Entwicklung von Wirbeltieren heute wichtig ist

Sein wichtigstes Buch, „Über Entwickelungsgeschichte der Thiere“, erschien in zwei Bänden zwischen 1828 und 1837. Es fasste alle bekannten Erkenntnisse über die Entwicklung von Wirbeltieren zusammen. Aus dieser Umfrage zog er weitreichende Schlussfolgerungen.

Er identifizierte die Nervenfalten als Vorläufer des Nervensystems. Er entdeckte das Notochord. Er beschrieb die fünf primären Gehirnvesikel. Er untersuchte extraembryonale Membranen. Diese Entdeckungen machten die Embryologie zu einem eigenständigen Forschungsgebiet.

Baer markierte die Linien deskriptiver und vergleichender Studien, die erforderlich waren, bevor eine kausale Analyse erstellt werden konnte. Er hat nicht nur Dinge gefunden. Er definierte, wie man sie betrachtet.

Von der Embryologie zur Geographie und Anthropologie

Im Jahr 1834 zog Baer nach St. Petersburg, Russland. Er wurde ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Er hinterließ die Embryologie.

Er wurde ein Entdecker des russischen Nordens. Er war der erste Naturforscher, der Exemplare aus Novaya Zemlya sammelte. Dann eine unbewohnte Insel. Er reiste ausgiebig durch Russland. Er entwickelte ein starkes Interesse an der Fischerei. Er machte auch geografische Entdeckungen über die Entstehung von Flussufern.

Seine Reisen weckten sein Interesse an Ethnographie. Er baute eine umfangreiche Schädelsammlung für die Akademie auf. Diese Arbeit veranlasste ihn, 1861 ein Treffen von Kraniologen in Deutschland einzuberufen. Auf diesem Treffen wurde die Deutsche Anthropologische Gesellschaft gegründet. Außerdem gründete sie die Zeitschrift Archiv für Anthropologie.

Er gründete die Russische Geographische Gesellschaft. Er gründete die Russische Entomologische Gesellschaft. Er war ihr erster Präsident.

Evolution vor Darwin

Baer dachte schon früh über die Verwandtschaft zwischen Tieren nach. Im Jahr 1859, dem Jahr, in dem Charles Darwin „Über die Entstehung der Arten“ veröffentlichte, veröffentlichte Baer ein Werk über menschliche Schädel. Er schlug vor, dass unterschiedliche Bestände aus einer Form stammen könnten. Darwin und Baer entwickelten ihre Ideen völlig unabhängig voneinander.

Aber Baer war kein starker Anhänger der Transformation. Oder Evolution, wie wir es jetzt nennen. Er glaubte, dass einige Tiere, wie Ziegen und Antilopen, verwandt seien. Er lehnte die Idee, dass alle Lebewesen von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen, vehement ab.

Seine Ansichten waren philosophisch. Seine embryologischen Schriften waren auch philosophisch. Er sah die Natur als Ganzes. Nicht durch die moderne Evolutionstheorie, sondern durch eine kosmische Linse. Er betrachtete die Entwicklung der Organismen und des Kosmos im gleichen Licht.

Es war eine allumfassende Sicht. Es brachte unterschiedliche Fäden in seinem Denken zusammen. Das Ei, der Fluss, der Schädel. Alles Teil desselben Musters.

Das Muster bleibt bestehen. Wir verwenden immer noch seine Keimblätter. Wir erkennen das Notochord immer noch. Wir fragen uns immer noch, wie das Einfache komplex wird. Baer beschrieb nicht nur das Leben. Er gab uns die Sprache, um über seinen Anfang zu sprechen. Die von ihm aufgeworfenen Fragen werden noch beantwortet. Die Antworten ändern sich.