Der Prozess ist so einfach, dass er fast zufällig klingt, und dennoch schützt er seit über einem Jahrhundert unzählige Eisen- und Stahlgegenstände vor Rost. Durch das Sherardisieren entsteht eine gleichmäßige, korrosionsbeständige Zinkschicht auf Metalloberflächen. Dabei wird das Objekt in einem verschlossenen Behälter, der mit fein verteiltem Zinkpulver gefüllt ist, erhitzt. Die Temperatur bleibt unter dem Punkt, an dem Zink schmilzt. Dies ist kein geschmolzenes Bad. Es handelt sich um einen Festkörperdiffusionsprozess.
Die Geschichte hinter der Beschichtung
Die Methode wird seit etwa 1900 praktiziert. Sie ist nach ihrem englischen Erfinder Sherard O. Cowper-Coles benannt. Der Name bleibt hängen, weil sich das Verfahren von anderen Metallbehandlungen unterscheidet. Es ist nicht verzinkt. Während beim Verzinken Metall in geschmolzenes Zink getaucht wird, nutzt man beim Sherardisieren Hitze und Dampf, um Zinkatome in die Stahloberfläche zu befördern. Das Ergebnis ist eine haftende Beschichtung, die Korrosion wirksam widersteht.
Warum es heute wichtig ist
Sie fragen sich vielleicht, warum jemand diese ältere Methode immer noch verwendet, obwohl es Feuerverzinkung gibt. Die Antwort liegt in der Art der Beschichtung. Beim Sherardisieren entstehen an der Grenzfläche Legierungen aus Zink und Eisen. Dadurch entsteht eine starke Verbindung zwischen der Beschichtung und dem Grundmetall. Es ist eine ausgezeichnete Basis für Farbe. Die Oberfläche bereitet sich gut auf nachfolgende Lackierungen vor. Dies macht es nützlich für kleine, komplexe Teile, die sich in einem Flüssigkeitsbad verheddern oder ungleichmäßig beschichtet werden könnten.
„Sherardisieren bildet an der Grenzfläche Legierungen aus Zink und Eisen.“
Wie der Prozess funktioniert
Der Gegenstand wird in eine rotierende Trommel oder einen verschlossenen Behälter gegeben. Es ist von Zinkstaub umgeben. Die Mischung wird erhitzt. Zinkdampf steigt auf und dringt in die Oberfläche des Eisens oder Stahls ein. In diesem Stadium verschmelzen zwei Metalle. Die äußere Schicht wird zu reinem Zink. Diese Schicht haftet fest. Es blättert nicht so leicht ab. Der Prozess schützt das darunter liegende Material vor Umweltschäden. Dies ist eine zuverlässige Möglichkeit, die Lebensdauer kleiner Hardware zu verlängern.
Methoden vergleichen
Das Sherardisieren unterscheidet sich wesentlich vom Verzinken. Beim Galvanisieren wird ein geschmolzenes Bad verwendet. Beim Sherardisieren kommt die Dampfdiffusion zum Einsatz. Beide Methoden schützen vor Korrosion. Beides bildet eine Zinkschicht. Die Wahl hängt von der Form und Größe des Objekts ab. Kleine Schrauben, Muttern und Bolzen profitieren häufig vom Sherardisieren. Große Strukturen werden normalerweise verzinkt. Der Schlüssel liegt darin, zu verstehen, welche Methode den spezifischen Anforderungen des Metallstücks entspricht.
Die Wissenschaft ist einfach. Durch Hitze wird Zink zu Stahl. Das Ergebnis ist ein Schutzschild gegen Rost. Es ist eine stille Innovation aus dem frühen 20. Jahrhundert, die immer noch Bestand hat. Darauf verlassen wir uns jedes Mal, wenn wir ein langlebiges Werkzeug oder eine langlebige Vorrichtung verwenden. Der Prozess funktioniert weiterhin, weil er funktioniert. Es besteht keine Notwendigkeit, es neu zu erfinden. Der Zinkstaub übernimmt die schwere Arbeit. Die Hitze erledigt den Job.
