Eine aktuelle gemeinsame Studie von Forschern in Deutschland und China hat eine deutliche Warnung ausgesprochen: Wenn sich der aktuelle Trend der Treibhausgasemissionen fortsetzt, könnte fast ein Drittel der Weltbevölkerung bis zum Ende dieses Jahrhunderts mit einem massiven Anstieg der „kombinierten Heiß-Trocken-Extreme“ konfrontiert sein.
Schätzungen zufolge werden bis in die 2090er Jahre etwa 2,6 Milliarden Menschen – etwa 28 % der Weltbevölkerung – diese gleichzeitigen Hitzewellen und Dürren fünfmal häufiger erleben als heute.
„Zusammengesetzte Extreme“ verstehen
In der Klimawissenschaft liegt ein „zusammengesetztes Extrem“ dann vor, wenn zwei oder mehr Wetterphänomene gleichzeitig und am selben Ort auftreten. Dies ist nicht nur die Summe zweier Probleme; es ist ein Risikomultiplikator.
Wenn starke Hitze und schwere Dürre aufeinandertreffen, entsteht eine Rückkopplungsschleife, die die Zerstörung verstärkt:
– Zusammenbruch der Landwirtschaft: Dürre trocknet den Boden aus, während extreme Hitze die Verdunstung beschleunigt, was zu raschen Ernteausfällen und instabilen Nahrungsmittelpreisen führt.
– Eskalation von Waldbränden: Ausgetrocknete Landschaften in Kombination mit hohen Temperaturen schaffen die perfekten Bedingungen für katastrophale Waldbrände.
– Gesundheits- und Sicherheitsrisiken: Die Kombination ist für Arbeiter im Freien tödlich und erhöht die hitzebedingte Sterblichkeitsrate erheblich.
– Ressourcenknappheit: Gleichzeitige Hitze und Dürre führen zu kritischem Wassermangel und erhöhter sozioökonomischer Instabilität.
Die Daten hinter der Prognose
Das Forschungsteam nutzte 152 Klimasimulationen, die aus acht verschiedenen Modellen abgeleitet wurden, die im sechsten Sachstandsbericht des IPCC verwendet wurden. Unter Berücksichtigung des prognostizierten Bevölkerungswachstums und der aktuellen Regierungspolitik gelangte die Studie zu mehreren ernüchternden Schlussfolgerungen:
- Steigende Temperaturen: Aktuelle Richtlinien deuten auf einen globalen Temperaturanstieg von 2,7°C bis 2100 hin.
- Häufigkeit und Dauer: Es wird erwartet, dass diese zusammengesetzten Ereignisse weltweit 2,4-mal häufiger auftreten als derzeit, wobei jedes Ereignis fast dreimal länger dauert.
- Das menschliche Element: Die Studie bestätigt, dass vom Menschen verursachte Treibhausgasemissionen diese Wettermuster „verstärken“.
Eine wachsende globale Ungleichheit
Eines der kritischsten Ergebnisse des Berichts ist die unverhältnismäßige Auswirkung auf gefährdete Bevölkerungsgruppen. Die Studie hebt eine tiefgreifende „Klima-Ungerechtigkeit“ hervor: Tropennationen und Länder mit niedrigem Einkommen – diejenigen, die historisch gesehen am wenigsten zur globalen Erwärmung beigetragen haben – werden die schwerste Last tragen.
„Für einkommensschwächere Länder besteht hier eine enorme Ungerechtigkeit“, sagt der Klimaforscher Di Cai von der Ocean University of China. „Es ist schwer, Klimaanlagen zu finanzieren … es gibt keine Reserve, wenn das Wasser ausgeht. Es ist nicht nur eine klimawissenschaftliche Frage; es geht um das grundlegende, tägliche Leben.“
Der Weg nach vorne: Schadensbegrenzung und Richtlinien
Die Forschung ist nicht nur eine Warnung; Es dient als Fahrplan für mögliche Abhilfemaßnahmen. Die Daten deuten darauf hin, dass das Ausmaß dieser Krise noch nicht in Stein gemeißelt ist.
Wenn die Nationen ihre Verpflichtungen zum Pariser Abkommen von 2015 erneuern und verbindliche, langfristige Zusagen zur Emissionsreduzierung umsetzen, könnten die Auswirkungen erheblich abgeschwächt werden:
– Die Zahl der Menschen, die diesen häufigen Extremen ausgesetzt sind, könnte von 28 % auf 18 % sinken.
– Dies bedeutet eine Reduzierung um fast 900 Millionen Menschen, die diese extremen Bedingungen vermeiden würden.
Schlussfolgerung
Die Studie unterstreicht, dass die Verschärfung von Hitze und Dürre zwar eine drohende globale Krise darstellt, die Schwere ihrer Auswirkungen jedoch stark von unmittelbaren politischen Entscheidungen abhängt. Eine aggressive Emissionsreduzierung bleibt das wirksamste Instrument, um die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen der Welt vor diesen sich verschlimmernden Katastrophen zu schützen.





























