Warum sich Tsunamis schneller ausbreiten als Jets und wie man den nächsten Tsunami überlebt

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Du hast noch nie einen kommen sehen. Nicht wirklich.

Tsunamis sind im offenen Meer unsichtbar. Ein Boot kann 50-Fuß-Wellen fahren und nichts spüren. Erst wenn es flaches Wasser erreicht, verwandelt es sich in ein Monster. Deshalb ist dieser japanische Name so bedeutungsvoll. Tsunami bedeutet in etwa „Hafenwellen“. Es ist eine Beobachtung, keine Panik, die aus der Beobachtung entsteht. Gefahren können nur am Rande des Geländes gesehen werden.

Das sind nicht nur große Wellen. Es sind geologische Ereignisse.

Sie beginnen mit einer vertikalen Bewegung. Erdbeben führen dazu, dass sich der Meeresboden auf und ab bewegt. Ein Erdrutsch stürzt in die Tiefe. Unter Wasser bricht ein Vulkan aus. Die Wassersäule wird gedrückt. Das Meer reagiert, indem es versucht, wieder flach zu werden. Die Schwerkraft übernimmt. Energie strahlt in alle Richtungen.

Die Geschichte ist voll von Ergebnissen dieser Art von Physik. Das Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 verursachte riesige Wellen, die die Innenstadt überschwemmten. Die Neuzeit hat jedoch Schlimmeres erlebt.

Im Juli 1998 ereignete sich in Papua-Neuguinea ein Unterwasserbeben, das riesige, 10 Meter hohe Wellen verursachte. Tausende starben. Es war brutal und plötzlich.

Dann kam der 26. Dezember 2004.

Vor der Küste Sumatras ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 9,0. Die Wasserverdrängung war katastrophal. Der daraus resultierende Tsunami traf den Indischen Ozean. Indonesien, Sri Lanka, Thailand und Indien. Die Zahl der Toten stieg auf rund 250.000. Allein die Verwüstung in Nord-Sumatra forderte mehr als 100.000 Todesopfer. Die Wellen breiteten sich weit aus und beschädigten die Küsten Somalias und der Seychellen.

Es gab keine Warnung.

Im Gegensatz zum Pazifischen Ozean gibt es im Indischen Ozean kein Früherkennungsnetzwerk. Diese Lücke plagt die wissenschaftliche Gemeinschaft. Es führt zur Zusammenarbeit. Im November 2008 wurden die Tsunami-Warnsysteme Deutschlands und Indonesiens in Betrieb genommen. Seine Entwicklung wurde maßgeblich vom GFZ Potsdam unterstützt. Das Ziel ist einfach. Es geht darum, Zeit zu gewinnen. Schon 5 Minuten können ein Leben retten.

Aber das Verständnis der Physik kann erklären, warum sich Wasser auf diese Weise bewegt.

Tsunamis unterscheiden sich grundlegend von Sturmfluten. Durch Wind verursachte Wellen sind flach, ungleichmäßig und langsam. Tsunamis sind ein Tiefseephänomen. Seine Geschwindigkeit wird durch eine scheinbar einfache Formel gesteuert.

Die Geschwindigkeit ist gleich der Quadratwurzel der Schwerkraft mal der Tiefe.

$$c = \sqrt{g \times d}$$

Wenn man die Zahlen für den Pazifischen Ozean einrechnet, ändert sich alles. Die Tiefe beträgt normalerweise 5000 Meter. Die Schwerkraft ist konstant. Lass uns rechnen.

Wellen breiten sich mit etwa 224 Metern pro Sekunde aus. Das sind 805 Kilometer pro Stunde. Schneller als Verkehrsflugzeuge.

Diese Geschwindigkeit beinhaltet auch andere seltsame Eigenschaften. Die Wellenlänge (Abstand von Spitze zu Spitze) beträgt mehrere hundert Kilometer. Die Zeit zwischen den Wellen kann Minuten oder sogar Stunden betragen. Kleine Wellen treten nicht nacheinander auf. Sie können eine riesige Wand aus langsam fließendem Wasser sehen.

Wenn sich die Mauer dem Land nähert, ändern sich die Regeln.

Die Wassertiefe nimmt ab. Tiefe (d ) sinkt. Die Gleichung zeigt, dass auch die Geschwindigkeit abnehmen muss. Die Energie kann nur nach oben gehen.

Die Wellen türmen sich. Es ist komprimiert. Es gilt die Überlastungslogik. Wenn die Straßen enger werden, drängen sich die Autos oft zusammen. Beim Anheben des Bodens sammelt sich Wasser. Die Höhe kann 30 Meter betragen. 30 Meter ist ein Wolkenkratzer.

Wenn Wellen in einer Bucht oder einem Hafen ankommen, wird ihre Wirkung durch Resonanz verstärkt. Die Eigenschwingungen der Wassermasse fallen mit den einfallenden Wellen zusammen. Der Anstieg verdoppelt oder verdreifacht sich.

Normalerweise geht das Wasser zuerst zurück. Das ist ein schreckliches Zeichen. Das Wasser zieht sich um mehrere Hundert Meter zurück und legt den Meeresboden frei. Es scheint, als sei die Flut zurückgegangen. das ist es nicht. Es ist das Wellental, das vor dem Wellenkamm ankommt.

Dann trifft die Wand.

Die japanische Kunst hat diese Angst schon lange eingefangen. Katsushika Hokusais Druck „Die große Welle vor Kanagawa“ zeigt eine Welle, die sich wie eine Klaue kräuselt. Es ist ein Symbol für die Kraft der Natur. Man sagt, dass Debussys „La Mer“ davon inspiriert wurde.

Aber Kunst ist statisch. Die Realität ist dynamisch. Es ist immer noch hier.