März 2022.
Die Azoren beben. Insbesondere die Insel São Jorge vor der Küste Portugals. Tausende Erdbeben. Aber nichts explodiert. Das Magma hörte auf. Nur 1,6 km unter der Erde. Schließen. So nah.
Es war eine heimliche Operation. Magma schoss innerhalb weniger Tage von tief unten nach oben – wohlgemerkt 20 Kilometer tief. Und es brachte eine riesige Ladung geschmolzenen Gesteins mit sich. Genug, um 32.00 olympische Schwimmbecken zu füllen. Stellen Sie sich das vor. Ein Fluss aus Feuer, still und schnell.
Das Problem? Das meiste davon war geräuschlos. Seismische Monitore erfassten während des Aufstiegs nur sehr wenig. Die Erdbeben ereigneten sich erst heftig, nachdem das Magma seinen Aufstieg gestoppt hatte. Ein gescheiterter Ausbruch. Wissenschaftler nennen es so. Ein „heimliches Eindringen“.
„Magma bewegte sich schnell durch die Kruste. Größtenteils lautlos. Vorhersagen? Fast unmöglich.“ — Dr. Stephen Hicks, UCL
Wie sie das Unsichtbare aufspürten
Sie können nicht sehen, wie sich Magma drei Meilen nach unten bewegt. Sie brauchen Hilfe. Viel davon.
Diesmal kombinierten die Forscher Seismometer an Land und auf dem Meeresboden. Satelliten beobachteten die Oberfläche der Insel. GPS verfolgte die Bewegung in Millimetern. Die Daten erzählten eine Geschichte.
Der Boden stieg um sechs Zentimeter an. Winzige Menge. Riesige Implikation. Das bedeutete, dass sich der Druck von unten aufbaute. Magma war in die flache Kruste eingedrungen. Aber es kam nie zum Durchbruch. Es kam zum Stillstand. Gefangen.
Das ist nicht gerade selten. Unterirdisches Magma bewegt Dinge, formt Inseln um und bildet Vulkane. Aber normalerweise sehen wir unterwegs größere seismische Vibrationen. Hier war das Signal matschig. Verwirrend. Die neue Studie, die in Nature Communications veröffentlicht wurde, hat dieses Chaos mit ungewöhnlicher Klarheit dargestellt. Es zeigt uns die Leitungen unter dem Felsen.
Die Verwerfungslinie war sowohl eine Autobahn als auch ein Erdloch
Es gab eine Route. Ein Weg.
Die Pico do Carvão-Verwerfungszone. Eine bekannte Schwachstelle. Alte Erdbebenspuren hatten darauf hingewiesen, dass es instabil war. Kann große Erschütterungen bewältigen. Aber dieses Mal? Die Verwerfung fungierte als Leitschiene für das Magma. Nach oben.
Es fungierte auch als Ventil.
Gase entwichen. Flüssigkeiten traten seitlich durch Risse in der Verwerfung aus. Der Druck ist gesunken. Der Motor der Eruption verlor an Kraft. Das Magma hat den Deckel nicht weggeblasen. Es hat sich gelegt.
Der Fehler war also ein Paradoxon.
„Der Fehler wirkte wie eine Autobahn. Und ein Leck.“ — Dr. Pablo J. González
Es ließ das Magma aufsteigen. Aber es hat es auch ausgeblutet. Keine große Explosion. Nur Tausende kleinerer Stöße entlang des Risses. Die Insel bebte, bebte und beruhigte sich dann wieder.
Was bedeutet das für morgen?
Wir sind immer noch schlecht darin, dies vorherzusagen.
Schnell. Ruhiges Magma. Das ist gefährlich, weil es Frühwarnzeichen umgeht. Die großen Fehlersysteme bestimmen das Ergebnis. Versiegeln sie es? Lassen sie es raus? Wir lernen immer noch.
Lokale Behörden nutzten die Daten. Echtzeitinformationen helfen ihnen bei der Entscheidung: Evakuieren oder Beobachten und Warten. Die Kombination von Offshore- und Onshore-Daten macht einen Unterschied. Sie erhalten ein 3D-Bild, nicht nur eine Vermutung.
Dr. Ricardo Ramalho von der Universität Cardiff wies auf den Wert hin. Der Technologiemix war entscheidend. Es war keine leichte Aufgabe, alles grenzüberschreitend zum Laufen zu bringen. Professorin Ana Ferreira von der UCL beleuchtete die Logistik. Dringende Finanzierung, gemeinsame Nutzung von Ausrüstung zwischen Großbritannien, Spanien und Portugal. Zusammenarbeit rettet möglicherweise Leben. Oder erspart Ihnen zumindest den Aufenthalt in der Nähe eines ausbrechenden Vulkans, wenn Sie es nicht müssen.
Es geschah im März 2022. Wir haben jetzt die Karten. Das Magma ist verschwunden oder steckt tief im Inneren fest. Aber die Fehler bleiben bestehen. Offene Fragen. Die Erde bewegt sich leise unter uns.
