Der Mond bekommt ein Adressbuch

18

Es beginnt mit Robotern. Kleine, autonome. Rover. Hüpfende Drohnen.

Dann, viel später, wir.

Die NASA hat gerade die Details auf den Tisch gelegt. Sie besuchen nicht mehr nur den Mond. Sie bleiben. Na ja, irgendwie. Das Ziel ist eine dauerhafte Basis. Hunderte Quadratkilometer davon. Hunderte. Es klingt unmöglich, aber das ist der Zeitplan.

Bei Artemis drehte sich jahrelang alles um die Rückkehr. Landende Astronauten nach fünfzig Jahren Abwesenheit. Dieser Teil funktioniert. Artemis II schickte im April vier Menschen auf die Mondrückseite. Sie kamen zurück. Niemand ist gestorben. Fortschritt, nehme ich an.

Doch das Bauteam ist noch nicht erschienen.

Den Plan gab es schon immer. Die konkreten Schritte? Sie sind neu.

Der 26. Mai war der Wendepunkt. Dieses Jahr starten drei Missionen. Mindestens neun weitere bis 2027. Es ist in Phasen unterteilt und klar abgegrenzt.
Phase Eins endet im Jahr 2029. Die Aufgabe: zuverlässigen Zugang zur Oberfläche sichern. Kommen Sie zuverlässig ans Ziel.
Phase Zwei läuft bis 2032. Erste Betriebsfähigkeit. Dinge zum Laufen bringen.
Phase Drei dauert bis 2036. Die Basis steigt tatsächlich. In der Nähe des Südpols.

Warum der Südpol? Wahrscheinlich Wassereis. Oder einfach nur, weil die Sonne dort am häufigsten den Boden berührt. Die Wissenschaftler werden darüber streiten. Wir warten nur auf die Lander.

Das diesjährige Trio ist unbemannt. Scouting. Reduzierung des Risikos für die Menschen, die ihm folgen. Sie testen Software für autonomes Fahren, buchstäblich auf fremdem Boden.

Die erste, Mondbasis I, startet Ende dieses Jahres. Blue Origin baut den Lander. Das Unternehmen von Jeff Bezos. Sie haben noch nie zuvor etwas auf dem Mond gelandet. Immer. Deutlich. Oder rücksichtslos. Die Geschichte wird entscheiden.

Es folgen Mondbasis II und III. Keine Termine festgelegt. Astrobotic schickt seinen Griffin-Lander. Ein autonomer Rover ist im Lieferumfang enthalten. Intuitive Machines schließt sich dem Kampf an. Sie haben zweimal versucht zu landen. Beide Versuche waren… chaotisch. Nicht ganz erfolgreich. Und doch sind sie hier. Wieder.

Aber wer lernt?

Während diese Lander ihre Flugbahnen planen, verteilt die NASA Geld für die Fahrten. Zwei Unternehmen erhielten den Anruf.

Astrolab. Mondaußenposten.
Beide bekommen über 200 Millionen Dollar. Teil der kommerziellen Mondnutzlastdienste. Die Fahrzeuge sehen sehr unterschiedlich aus. Astrolab will etwas Schweres. Sperrig. Von Menschen bedient. Kann fast 1000 Kilo tragen. Bewegt sich mit etwa 10 km/h. Ein Panzer.

Lunar Outpost geht schnell. Flink. Über 14 km/h. Völlig autonom. Kein Pilot an Bord. Was sich für mich realistischer anfühlt. Der Mensch ist langsam. Schwer. Teuer in der Fütterung.

Dieser Überwachungsstaat hat noch einen anderen Aspekt. Buchstäblich.

Mondfall. Vier Drohnen. Geplant für 2028. Sie werden nicht landen und bleiben. Sie werden hüpfen. Kurze, zielgerichtete Sprünge über den Regolith. Hochauflösende Bilder machen. Erkundungsplätze für Artemis. Das Jet Propulsion Laboratory der NASA stellt die Drohnen selbst her. Inhouse. Aber Firefly Aerospace baut das Schiff, das sie dorthin bringt. Zusammenarbeit, so chaotisch sie auch sein mag.

Aber warte.

Es gibt Lücken in diesem Plan. Große. Klaffende Lücken.

Leistung. Konstruktion. Schutz vor Strahlung, die jedes Lebewesen auf ihrem Weg verbrennen will.

Der frühere Chef Sean Duffy versprach bis 2030 einen Kernspaltungsreaktor. Eine kühne Behauptung. Der jetzige Typ, Jared Isaacman? Er erwähnte den Reaktor nicht. Er hat nicht gesagt, dass es abgesagt wurde. Er hat einfach… nichts dazu gesagt.

Passiert es immer noch? Wer weiß. Die Basis wird riesig sein, der Zeitplan lang und das Schweigen zur Energieproduktion laut.